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Montag, 14. März 2011

Strassenschlacht

Tag 8 und 9; Samstag und Sonntag der 5. und 6 März

Es war wirklich unwahrscheinlich nass, dieses Namibia. Wir haben mit Einheimischen gesprochen und deren Tenor war dass es zwar in den letzten Jahren immer etwas Regen gehabt hatte, aber an so viel wie in diesem Jahr können sich die meisten nur in ihrer Kindheit erinnern. Rund 30 Jahre lang hatte Namibia nicht mehr so viel Wasser gesehen. Der Jahresschnitt liegt bei etwa 110 mm Regen. Dieser Schnitt wurde in der Monaten Januar und Februar jedes Mal von neuem übertroffen. Bis jetzt sind beinahe 300 mm Regen gefallen. Entsprechend ist das vorankommen auf den Strassen Namibias zum Würfelspiel geworden. Immer wieder werden Strassen überflutet und für ein oder zwei Tage unpassierbar. Da wir mit unserer C12 Odyssee dazu gelernt hatten konnten wir dem gröbsten entgehen. Durch häufiges Fragen nach dem Strassenzustand konnten wir uns eine Strecke aussuchen die selbst für unseren Pistenfloh gut zu fahren war.

Am Samstag schlugen wir uns auf der C12 in die andere Richtung nach Grünau durch. Die Piste war bestens gepflegt und so langsam stieg mein Glauben an die besten Schotterstrassen der Welt wieder etwas an. Ab Grünau was unser Weg dann komplett mit Teer gesegnet. Rund 500 km fahren ohne das flaue Gefühl im Magen wieder vor einer grossen Pfütze in der Strasse rechtsumkehrt machen zu müssen. Wir fuhren durch bis nach Maltahöhe. Im gleichnamigen Hotel fanden wir dann eine Unterkunft und vor allem einen gut aufgelegten Barmann, Chris, aus Kapstadt. Es erkundigte sich für uns nach dem besten Weg in Richtung Sesriem und Sossusvlei. Mit einem Umweg von ca. 80 km über Solitaire fanden wir sehr gut befahrbare Pisten vor. Die C14 nach Solitaire war relativ frisch geplättet worden. Man muss wissen dass solche Pisten von Zeit zu Zeit von sogenannten “Gradern” auf Vordermann gebracht werden. Diese schmirgeln die oberste Schicht der Strasse auf und eine Walze plättet den Belag danach wieder. Kaum zu glauben dass diese C14 vor gut einem Monat vielerorts überflutet und somit unpassierbar war. Wir mussten lediglich bei einigen matschigen Stellen etwas vorsichtig sein da der Schlick sehr rutschig ist. So etwas wie fahren auf Schnee. Das sind wir als Schweizer ja gewohnt, somit meisterten wir und unser Floh auch dieses Hindernis ohne grosse Probleme.Auf der C19 von Soliaire nach Sesriem durften wir noch einen kleinen Wasserlauf überqueren. Der Untergrund war betonier und das Wasser nur gerade Knöcheltief. Eine wunderbare Gelegenheit unseren Pistenfloh beim Füsse waschen zu fotografieren. Kurz darauf trafen wir das belgische Pärchen mit denen wir im Roadhouse bereits einen Schwatz gehabt hatten, Kelly und Dieter. Sie waren eben zu diesem Wasserlauf gefahren um die Lage zu checken. Ihren Berichten zu Folge musste hier das Wasser Vortags enorm tief gewesen sein. Einen Meter oder so, auf jeden Fall so hoch das kein Durchkommen war. Selbst nicht für 4x4 Fahrzeuge. Wir genehmigten uns dann noch ein Bierchen in der nahen Lodge und philosophierten darüber wie klein die Welt und wir grün Namibia doch ist.

Tatsächlich dürfen wir hier etwas erleben das vermutlich lange nicht alle Namibiabesucher zu Gesicht bekommen. Die grüne Landschaft ist einfach fantastisch und wir sind total gepannt wie es morgen im Sossusvlei aussieht. Berichten zu folge soll es da auch Wasser haben und die Wüste sei ausserordentlich grün. Immerhin handelt es sich ja bei der Namib um eine Wüste und die sind ja bekanntlich sehr trocken. Mit der Strasse sollten wir ziemlich sicher keine Probleme bekommen, denn die ist geteert.

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