Definitiv eine lange Zeit ist seit meinem letzten Eintrag vergangen. Dementsprechend ist auch einiges passiert und dass ich jetzt die Zeit dazu gefunden habe alles nachzutragen habe ich meinem Wicked Camper zu verdanken, der jetzt endgültig den Geist aufgegeben hat. Aber alles der Reihe nach…
Exmouth war, wie befürchtet, sehr touristisch. Offensichtlich wollten noch alle Australier ohne Kinderschar am Hals die “ruhige” Zeit vor den Ostern und den Schulferien geniessen. dementsprechend nicht mehr ganz so ruhig war es in Exmouth. Für mich war das Ningaloo Reef ehrlich gesagt auch nicht so der Hit. Als schlechter Schwimmer genoss ich das Riff wegen den zuweilen starken Strömungen eher in Küstennähe. Obwohl dieses zuweilen auch bis um die 20-30 Meter an die Küste heranreicht sieht man die ganze Pracht des Riffs erst wenn man etwas weiter ins Meer hinaus schwimmt. Trotzallem habe ich einige Korallenstöcke und Fische geniessen dürfen. Interessant waren auch die beiden Gorges im Cape Range Park. So hat sich der Besuch alles in allem doch gelohnt.
Fszinierende Sonnenuntergänge, tolle Gorgen, Fischer die im Trockenen sitzen, neugierige Monitore, viel Wasser in den sonst6 trockenen Flüssen und Landebahnen für Flugzeuge direkt auf dem Highway
Auf den rund 600 Kilometern Strecke von Exmouth nach Karratha machte sich ein neues Geräusch an meinem Camper bemerkbar. Beim anfahren quietschte etwas unter dem Wagen. In Karratha wurde ich dann in der Garage darüber aufgeklärt dass es sich um den Universal Joint handelte, der langsam aber sicher seinen Geist aufgab. Universal Joint würde ich dann mit Antriebswelle übersetzen. Da die Auftragsbücher voll seien und eh die Ostern bald beginnen würden, müsse ich zwei Wochen auf einen Reparaturtermin warten. Na toll. Zwei Wochen in einer öden Minenstadt festhocken… Das hätte mir gerade noch gefehlt. Nach etlichen Telefonaten mit Wicked und diversen eigenen Anstrengungen eine Garage aufzutreiben musste ich feststellen dass ich wohl in Karratha für eine Weile festsitzen würde. Beschämenderweise konnte mir Wicked weder ein Ersatzfahrzeug anbieten, da über Ostern die ganze Flotte ausgebucht sei, noch eine Reparatur organisieren. Das einzige was sie tun können sei mir das Ersatzteil mit Werkzeug nach Karratha zu schicken, damit ich die Reparatur dann selber erledigen könne… Na super! Schon mal ein e Antriebswelle mit einem billigen Satz Schraubenschlüsseln ohne anständige Garage gewechselt? Zum Glück konnte mir einer der Camper auf dem Platz nach einem kurzen, prüfenden Blick sagen dass ich noch 1000-1200 Kilometer mit dem Teil fahren könne. Also nicht wie in den Karijini Nationalpark, 350 Kilometer weiter südöstlich. Die Antriebswelle würde ich dann nach Ostern in Karratha abholen…
Mal nicht die Sonne, sondern der Mond sorgt für dramatische Stimmung; Staircase to the Moon in Karratha
Der Park war dann auch das absolute Highlight. Rot bewandete Gorges, enge Schluchten und abenteuerliche canyoning Erfahrungen auf eigene Faust. Im Park finden fünf oder sechs Gorges, Schluchten, zusammen zu einer grossen Gorge, der Red Gorge. Da das Gestein in der Gegend sehr Eisenhaltig ist, leuchten die Gorges tiefrot im Sonnenlicht. Fast alle dieser Gorges kann man, zumindest für ein gutes Stück weit, auf eigene Faust erkunden. Da in den letzten Wochen recht viel Regen gefallen war und der Wasserpegel in den Schluchten recht hoch war, kam man nicht umhin ab und zu auch mal ein Stück zu schwimmen. Das herrlich erfrischen kühle Wasser lud einen aber auch direkt dazu ein. Alles in allem bleib ich drei Nächte im Park, um alles Gorges zu erkunden. Danach ging es noch nach Tom Price, der nahem Minenstadt. Da erklamm ich mit meinem Allradcamper den höchsten Berg in Westaustralien, auf den eine Strasse führt, den Mount Nameless. Die Strasse war Steil doch der Wagen meisterte diese dank Allrad und kleiner Übersetzung im Gang ohne Probleme. Am Nachmittag war dann noch einen Minentour angesagt. Allerdings konnte wir die riesige Tagebaumine meist nur aus dem Fenster des klimatisierten Busses erleben. Dann machte ich mich auf den Weg zum Millstream Nationalpark und schliesslich wieder zurück nach Karratha.
Faszinierende Landschaften soweit das Auge reicht; Die Perle der Pilbara, der Karijini Nationalpark.
Tatsächlich konnte ich meine Antriebswelle in der BP Tankstelle abholen. Einbauen konnte mir diese aber nach wie vor niemand. Ich solle es 250 km weiter nördlich in Port Hedland versuchen, sagte mir Miss Wicked Roadsite Assistance Vanessa. Nach 250 weiteren km stieg dann die Wartezeit bereits auf 3 Wochen. Immerhin konnte ich einem liegen gebliebenem Aussie noch Starthilfe geben. Gemäss den Anweisungen von Miss Roadsite fuhr ich dann weiter und versuchte es bis nach Broome zu schaffen. Das waren ja nur noch 600 km mit einer kränkelnden Antriebswelle. Der nette ältere Herr vom Campingplatz hatte mir gesagt dass es erst kritisch wird wenn die Welle beginne zu vibrieren und zu brummen. Das war dann nach rund 300 km der Fall. Ich schaffte es gerade noch in das Sandfire Roadhouse, der letzten Bastion vor einen 300 Kilometer langen fahrt durch das Nichts. Diese 300 km wollte ich definitiv nicht mehr mit der vibrierenden Welle antreten. So entschloss ich mich, nach abspreche mit Miss Roadsite, kurzer Anleitung durch den Mechaniker in Broome und Hilfe von einem handwerklich versierten Mitarbeiter des Roadhouses die Welle selber auszutauschen. Mit etwas Kraftaufwand liessen sich die vier Schrauben an der Antriebswelle auch lösen. Somit konnte ich diese aus dem Schaltkasten ziehen und, was mir der Mechaniker von Wicked mal einfach vergessen hatte zu sagen, zuschauen wie das Getriebeöl aus dem Schaltkasten lief. Zum Glück hatte ich eine Plane unter den Wagen gelegt was verhinderte dass der ganze Boden mit Öl versaut wurde. Nun ging es an das einsetzten der Ersatzwelle. Das einstecken des Schaftes in den Schaltkasten war kein Problem und ich musste nur noch die Welle mit den vier Schrauben an der Hinterachse des Wagens befestigen. Tja, wenn die Welle nicht einfach mal gerade 15-20 cm zu kurz gewesen wäre, so hätte dies keinerlei Probleme bereitet. Dummerweise hat Wicked offensichtlich keinen überblick über ihre Fahrzeuge und der Mechaniker hat mir zwar das richtige Ersatzteil geschickt, aber den Fahrzeugtyp dabei nicht berücksichtigt. Abermals telefonierte ich mit Miss Roadsite, welche mir dann den Abschleppwagen 300 Kilometer von Brome herunter schickte und versprach dass, wenn ich dann wieder 300 Kilometer zurück nach Broome gefahren worden sei, ein Ersatzfahrzeug für mich bereitstehe. Bin ja mal gespannt was die mir jetzt für eine Karre unterjubeln… Nun ja, wie gesagt, jetzt habe ich dafür mal Zeit gehabt um den Bl9g nachzuführen. Jetzt gerade sitze ich im Abschleppwagen und bin eigentlich auch mal ganz froh nicht selber fahren zu müssen.
Etwas Gutes war an der Story ja doch noch dran. Beim Sanfire Roadhaus habe ich Dell und Kevin wieder getroffen. Dieses ältere Pärchen hatte ich schon weiter unten nach Exmouth kennen gelernt. Ganz liebe Menschen die mich nach den freudigen Wiedersehen gleich bei sich im Camper zum Nachtessen eingeladen hatten mit Option zum gemeinsamen Frühstück am nächsten Tag. Wir haben dann noch recht lange geplaudert und leckeren, süssen Lambrusco getrunken…
Was für eine Gefährt ich dann in Broome entgegen nehmen darf, das lest dann mal schön im nächsten Eintrag :-) Bis dann!